Interview mit dem Roten Waller

In der Dezember-Ausgabe des ROTEN WALLER sollte ich ein Resümee ziehen.
Das Interview in voller Länge:
Waller:
Hast du dir vor der Wahl das Leben als Bürgermeisterin so vorgestellt, wie es jetzt ist?
Christel Muggenthal:
Ja, irgendwie schon! Ich nehme das Amt als Berufung und dazu gehört, dass man im Ort präsent ist, gesprächsbereit bleibt und versucht, etwas voranzubringen.
Waller:
Macht dir dein Amt Spaß?
Christel Muggenthal:
Eindeutig ja. Die Tätigkeit als Bürgermeisterin ist unglaublich abwechslungsreich. Juristische Angelegenheiten, Gespräche mit Bürgern, Verhandlungen mit Behörden, Kontakte pflegen, die Arbeit mit den Gemeinderäten, Bürgermeisterdienstbesprechungen, Sitzungen im Landratsamt und in Zweckverbänden, Geburtstagsgratulationsrunden im Ort, Einladungen zu Vereinssitzungen und Vorstandswahlen, Verwaltungstätigkeiten … Die Arbeit ist anspruchsvoll, aber auch unterhaltsam. Ich bin ein geselliger Mensch und so gibt es auch oft etwas zu lachen!
Waller:
Hast du noch ein Privatleben?
Christel Muggenthal:
Selbstverständlich. Manchmal gehen das offizielle Leben und das private Leben ineinander über, das ist in einem kleinen Ort einfach so. Man begegnet sich ständig. Ich war ja früher auch auf dem Fischerstechen oder auf dem Christkindlmarkt, jetzt bin ich eben auch offiziell da. Für meine Familie habe ich vielleicht nicht mehr so spontan Zeit wie früher, aber die Abende und Wochenenden gehören immer noch zum Großteil mir, meiner Familie und meinen Freunden.
Waller:
Stimmt es, dass die Gemeinderatssitzungen jetzt länger dauern als früher?
Christel Muggenthal:
Ja, das stimmt. Ich meine, dass auch Zeit für konstruktive Diskussionen sein muss, die in einem demokratischen Miteinander zu neuen Erkenntnissen führen können. Ich halte nicht viel von einem raschen Durchziehen der Tagesordnung.
Waller:
Eines deiner Wahlversprechen war ein Dorfladen. Was wird daraus?
Christel Muggenthal:
Hier braucht es wirklich Geduld. Wir haben eine Arbeitsgemeinschaft Dorfladen, die kürzlich ihre Ideen und Pläne vorgestellt hat. Leider fehlt noch ein Laden in geeigneter Größe. Gleichzeitig zeigen Einzelhandelsunternehmen immer noch Interesse am ehemaligen Tengelmanngebäude. Die Eigentümer sind weiter an einer Vermietung interessiert. Im Januar beginnen die Bürger-Workshops. Ich werde für eines der Treffen des Arbeitskreises Nahversorgung Wolfgang Gröll einladen, den Experten für Gründung und erfolgreiche Leitung von Dorfläden. Diesmal wird er sicher kommen.
Waller:
Der 2. Bürgermeister, Konrad Gritschneder, gehört ja der CSU-Fraktion an. Findest du das in Ordnung?
Christel Muggenthal:
Als ich im April dieses Jahres ein Bürgermeisterseminar besuchte, wurde den anwesenden neuen Bürgermeistern erklärt, dass es demokratischer Brauch wäre, der stärksten Fraktion das Amt des zweiten Bürgermeisters anzubieten. Als die SPD 2002 vier Sitze im Gemeinderat innehatte und damit zweitstärkste Fraktion war, haben wir das auch gefordert, allerdings vergeblich. Ich habe also der CSU das Amt angeboten und sie hat Konrad Gritschneder vorgeschlagen. Mir war das sehr recht, denn ich schätze ihn, der seit 18 Jahren im Gemeinderat ist, als erfahrenen, loyalen und diskreten zweiten Bürgermeister. Die Basis unserer Zusammenarbeit ist Vertrauen und Verlässlichkeit. Zusammen mit dem Richter Arthur Schnorfeil haben wir zwei Juristen im Gemeinderat. Ein unschätzbarer Vorteil für mich, die beiden auf dem kurzen Dienstweg kontaktieren zu können und mir umgehend juristischen Rat einzuholen! Vor allem, wenn wieder neue Schriftsätze gegnerischer  Anwälte in Sachen Umgehungsstraße auf meinem Schreibtisch landen. Das ist für mich Gemeinderatsarbeit: Zusammenarbeit über Parteizugehörigkeit hinweg!

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.