Neujahrsempfang 2015 in Wörthsee

Ein ereignisreiches Jahr 2014 liegt hinter uns! Wer ein erfolgreiches und glückliches Jahr hinter sich hat, freut sich auf das vor ihm liegende Jahr. Wer ein unerfreuliches Jahr hinter sich hat, freut sich erst recht auf das kommende Jahr, denn es kann ja nur besser werden.

Leider hat dieses Jahr für die Menschen Europas auf ganz schreckliche, furchtbare Weise begonnen. Drei Islamisten haben Terror, Tod und Verzweiflung nicht nur über unseren Nachbarn Frankreich, sondern über uns alle gebracht. Nach den Twin Towers in New York, den U-Bahn-Anschlägen in London, den Zuganschlägen in Madrid in Spanien haben uns Terroristen wieder einmal die Folgen von Fanatismus und Fundamentalismus erkennen lassen.

Diese und andere Terroristen glauben, dass unsere Werte und Überzeugungen nichts wert sind. Sie nehmen uns nicht ernst und meinen, dass wir für unsere Werte nicht einstehen.

Sie täuschen sich!

Wenn wir heute Schilder hoch halten, auf denen geschrieben steht „Je suis Charlie“, dann meinen wir damit: Ihr habt auch uns getroffen, aber wir stehenhier und wir weichen nicht!

Auch wenn wir nicht täglich darüber nachdenken und vieles für selbstverständlich halten, wurde uns durch diesen Anschlag plötzlich wieder bewusst, wie wichtig uns Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Toleranz, Solidarität, Respekt und Mitgefühl sind.

Ohne Freiheit ist alles nichts. Persönliche Freiheit, Freiheit der Presse, der Kunst, der Wissenschaft, der Satire, Meinungsfreiheit!

Ohne Freiheit gäbe es keine Demokratie und keine Gerechtigkeit.Ohne sie wären wir immer noch im Mittelalter!

Freiheit entsteht nur, wenn wir tolerant gegenüber unseren Mitmenschen, ihrer Individualität, ihrem Glauben und ihren Bedürfnissen sind. Leben und leben lassen, wie man in Bayern gerne sagt.

Heute kommen viele Menschen in unser Land, die vor Krieg und Hunger geflohen sind, aber auch vor Verfolgung wegen ihres Glaubens, ihrer Volksgruppe oder ihrer Lebensweise. Menschen, die nichts mehr hoffen, als hier mit ihren Familien in Freiheit, Sicherheit und Würde zu leben, zu lernen, zu arbeiten und dazu zu gehören. Die unsere Mitbürger werden wollen.

Lassen Sie uns Solidarität, Respekt und Mitgefühl für alle Menschen in diesem Land leben! Leben wir unsere Werte, dann sind wir glaubwürdig, vorbildhaft und im besten Sinne des Wortes „wehrhaft“ gegen Fanatismus und Radikalität.

In Wörthsee leben wir im Kleinen diese Grundsätze vor. Wir haben viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, für ihre Mitbürger, für Kultur, für unseren Ort. Sie fördern den Zusammenhalt im Ort.

Wir wollen uns auch gar nicht vorstellen, wo wir ohne dieses ehrenamtliche Engagement wären.

In unserer Gemeinde ist es deshalb Tradition, Menschen, Vereine und Organisationen, die sich verdient gemacht haben, zum Neujahrsempfang einzuladen, um so wenigstens einmal im Jahr offiziell „danke“ zu sagen! Damit wollen wir Sie alle heute ehren!

  • Die Vertreter des Asylhelferkreises
  • Mitglieder der FFW
  • Nachbarschaftshilfe
  • Organisatoren der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus
  • Organisatoren des Christkindlmarktes,
  • Erfolgreiche Sportler wie den 9 jährigen Johannes Pachmann, der die oberbayerische Schnellschachmeisterschaft unter 10 Jahre 2014 gewonnen hat
  • Vorstände von Vereinen, wie den Trachtenverein Donarbichler, den Sportverein (der auch bei sozialen Fällen auf Beiträge verzichtet), den Gartenbauverein, den Trägerverein des Jugendhauses, den Freundeskreis Urban-Dettmar-Haus, den Rotary Club
  • Vertreter der Sprecherräte des Jugendhauses
  • Vertreter des AK Verkehrssicherheit
  • Ehemalige Gemeinderäte
  • Feldgeschworene
  • Unternehmer, die durch ihre erfolgreiche Arbeit dazu beitragen, dass die Gemeinde mehr finanziellen Spielraum hat

Sie alle tragen dazu bei, dass das Zusammenleben in unserem Ort funktioniert.

Ganz besonders möchte ich eine junge Frau: Kathrin Beil. Als sie am Silvesterabend gesehen hat, dass ein verzweifelter junger Mann gerade versucht hatte, sich an einem Baum aufzuhängen, hat sie alles unternommen, um ihn daran zu hindern und den Notarzt alarmiert.
Sie hat nicht weggeschaut, sondern sich gekümmert, sie hat Zivilcourage gezeigt.

Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen – falls ich jemanden nicht erwähnt habe, ist es natürlich keine Absicht.

Fühlen Sie sich umarmt und bedankt.
Ich wünsche allen ein gutes Jahr 2015

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